Touching The Rainbow
Natürlich geht die Geschichte weiter, und das ist der momentane Stand:

Zuallererst, der Mieze geht es besser. Langsam. 
Samstag vor einer Woche ging es ihr so schlecht, dass ich dachte, sie überlebt das Wochenende nicht mehr - nichts gefressen, nicht mehr geputzt, nur noch apathisch vor der Heizung gelegen.
Das war Gott sei dank der Tiefpunkt, seither geht es langsam bergauf und ich hoffe, es bleibt dabei. Sie spielt wieder mehr, jagt im Garten Mieze2 und ist wacher. Liegt aber trotzdem noch mehrere Stunden täglich quasi in der heißen Heizung und essen ist immer noch ein schwieriges Thema. 
Ich hab jetzt Bioserin gekauft, eine Flüssignahrung aus Protein und allem, was Katze zum überleben braucht. Hilft übrigens bei fast allen Tieren, falls ihr mal in die Situation kommt.
Wenigstens bleiben wir konstant bei 2,7kg.

Dann... Die Menschen. 
Das Telefonat mit der Pflegestelle als auch der Vorsitzenden des Vereins verlief so, dass beide Damen jeweils ca 15 Minuten ohne Unterlass ins Telefon gebrüllt haben. 
Warum auch immer, immerhin haben sie Scheiße gebaut, aber anscheinend ist Angriff die beste Verteidigung. 
Verantwortung will keine übernehmen. Zurückgeben sollen wir sie halt dann, morgen würde dann eben die Pflegestellendame vorbeikommen und sie mitnehmen. Ja, genau: Weil ich meine arme Katze jemanden gebe, der sich anderthalb Jahre nicht um sie gekümmert hat und wegen dem sie überhaupt erst so krank ist. "Ja, dann geben sie halt die Salbe mit, meine Güte." Mhm, klar. 
Ich bin ja gespannt, ob die morgen tatsächlich vor der Tür steht. 
Die Katze bleibt jedenfalls hier. Und wenn sie sich auf ihre leeren Köpfe stellen.

Immerhin hat die Betreiberin der Pflegestelle (welche selbst Vorsitzende eines Tierschutzvereins ist!), nennen wir sie der Einfachheit mal Frau Klein, während ihrer Tirade zugegeben, dass bereits ein augenheilkundlich praktizierender Tierartzt festgestellt hat, dass es sich dabei um eine Entzündung handelt und eine Augensalbe verschrieben hat, aber die Katze hat sich bei der Salbe gewehrt (ach sag bloß!) und dann hat man es halt gelassen, und überhaupt hätte sie das aus ihrer eigenen Tasche bezahlt und das wäre ja wohl mehr als man verlangen könnte. 

Besonders schön: Wir wissen jetzt, worum es sich handelt: Katzenschnupfen!
Nein, das ist kein normaler Schnupfen, sondern eine ziemlich ernste Virusinfektion, die tödlich enden kann. Und natürlich hoch ansteckend ist.
Besonders schlimm ist er mit Augenbeteiligung, wie das hier der Fall ist, denn im schlimmsten Fall fallen schlichtweg die Augen raus. Oder platzen. Ja. Das ist so schrecklich wie es sich anhört.
Aber das wirklich bittere ist: Hätte man das von Anfang an vernünftig behandelt, könnte die Katze heute wieder sehen.

Den Namen des Augenarztes, irgendwelche Befunde oder sonstwas haben wir natürlich nicht bekommen. "Ja, das ist zwei Jahre her, da erinnert sich der doch nicht mehr dran!" Dass auch Tierärzte eine Dokumentationspflicht haben, ist wohl nicht bekannt. 
Angeblich ist sie auch auf Leukose, FIV und FelV getestet, aber nachdem ich bis heute nur mündliche Zusagen habe und beide Damen eher von der Märchenfraktion sind, testen wir es nochmal. Immerhin hatte sie nie eine rasierte Stelle, die auf eine Blutabnahme in den letzten Wochen hingedeutet hätte.

Und wer weiß? Vielleicht laufen in dem Rudel noch ganz andere Krankheiten mit, die man "übersieht".


Fortsetzung folgt.

Touching The Rainbow
Meine Katze ist krank. Sehr. Vermutlich wird sie nie wieder richtig gesund werden. 
Meine Katze kam vor vier Wochen aus dem Tierschutz zu mir.
Vermittelt als gesundes Tier. 
Wissentlich krank vermittelt. 
Wissentlich über ein Jahr unbehandelt und trotz hoch ansteckender Infektion mit anderen Tieren gehalten.
Wissentlich in einen Haushalt mit 2. Katze vermittelt. 

Ich war heute mit Mieze Nr.1 beim Tieratzt, nachdem sie gestern schlimme Hustenanfälle hatte.
Die erste Frage des Arztes war: "Und wie wird sie aktuell behandelt?" 
Wie, aktuell? Gar nicht, warum? Warum soll unsere Katze bisher behandelt werden, haben wir uns gefragt, kam sie doch erst vier Wochen vorher gesund zu uns. Ok, ihre Augen tränten und waren trüb, aber das wussten wir ja, schließlich wurde uns schon im ersten Gespräch gesagt, sie wäre geblendet worden und hat daher die Sehbehinderung. Und verschlossene Tränenkanäle wären in dem Fall nichts ungewöhnliches. 

Nun, leider handelt es sich bei der rührenden Geschichte mit der verätzten Katze um eben das - eine phantasievolle Geschichte. Denn eigentlich sind es multible, schwere Entzündungen der Netzhaut und Hornhaut des Auges, ausgelöst durch hoch ansteckende und gefährliche Erreger. 
Die über lange Zeit unbehandelt den ganzen Organismus schwächen, die Katze krank machen und die Augen schlicht verfaulen lassen. 
Es gibt keine Anzeichen für eine Verätzung oder anderweitige Verletzungen oder Narben - nur eine seit sehr, sehr langer Zeit unbändig tobende Erkrankung. Gegen die nichts vom Verein oder der Pflegestelle unternommen wurde. Ob das auch auf den zuständigen Tieratzt zutrifft kann ich nicht sagen, mir werden seit Wochen die Vorbefunde und sowohl Namen als auch Kontaktdaten verwehrt. 

Es ist zweifelhaft, ob sich das jemals in den Griff bekommen lässt. Oder wie lang sie leben wird. 

Ich habe im Vorfeld der Vermittlung mehrfach gesagt, dass ich gerne ein Tier mit Handicap nehme, aber die Belastung einer chronischen Erkrankung nicht mehr schaffe. 
Weder seelisch noch finanziell. 
Meine Pfingsten verstorbene Katze hat in wenigen Monaten eine Tierarzt & -Klinik Rechnung von ca 4000€ angehäuft. Ich bin monatelang mit dem Gedanken ins Bett gegangen "bitte lebe morgen noch". 
Ich KANN es einfach nicht schon wieder durchstehen. 
So gern ich helfe, auch wenn klar ist dass es immer mal Tierarztrechnungen und Probleme geben wird - ich KANN es in diesem Maß nicht mehr. 

Wir haben heute eine Behandlung mit Antibiotika und Augensalbe begonnen, am Samstag ist der nächste Termin. 
Ein Rückruf der Vorsitzenden des Vereins steht noch aus, ich bin gespannt was sie dazu zu sagen hat.


Ich stehe seit Oktober wegen der Katzen in Kontakt mit Tierschutzvereinen. 
Und es tun sich bei jeder Gelegenheit neue Abgründe auf. Wieder und wieder und wieder. 
Und heute beginne ich damit, es aufzuschreiben.