Touching The Rainbow
Wenn mich dieser Garten und die Arbeit mit Pflanzen eines gelehrt haben, dann ist es Geduld.
Ich kann Dinge nicht beschleunigen, indem ich sie forciere. 
Ich muss ihnen die Zeit geben, die sie brauchen, um zu wachsen und zu gedeihen.
Und wenn etwas kaputt und nicht mehr der Mühe Wert aussieht, ist es trotzdem angebracht dem Zeit zu geben und einfach abzuwarten. 
Wenn es wirklich tot ist, wird man es unmissverständlich sehen, und bis das geschehen ist, gibt es keinen Grund die Hoffnung aufzugeben. 
Man vergibt sich nichts, wenn man wartet und lernt, geduldig zu sein und Sachen ihren eigenen Rhythmus zugesteht. Ihnen Zeit zu heilen gibt.
Es wird nichts schneller besser, nur weil man es mehr will.

Das erscheint uns alles logisch, wenn wir beispielsweise die Jahreszeiten an uns vorbeiziehen und wechseln sehen. 
Weil wir wissen, dass wir keinen Einfluss darauf haben - egal wie oft wir im März Sandalen anziehen, es wird trotzdem nicht wärmer. 
Aber sobald wir die Rahmenbedingungen und Faktoren selbst bestimmen können, wollen wir besser und schneller und effizienter sein. Das ist per se nichts schlechtes. Wir vergessen nur, dass warten und geduldig sein genauso machtvoll sind und wir nichts mit einer großen Geste lösen können, egal wie sehr wir uns das wünschen würden.

Im Frühjahr 2012 waren die Hälfte aller Rosen im Garten hinüber. Der Frost hat sie einfach zu hart erwischt und im Frühling blieben nur totes Gehölz und wenige wilde Triebe übrig. Im Sommer war keine einzige Blüte zu sehen und mir wurde mehrmals gesagt, es wäre sinnlos die Pflanzen zu behalten, sie wären zu stark beschädigt und würden nicht wieder kommen.
Im Frühling 2013 kamen alle Rosen wieder. Viele noch höher, größer, wenn auch wegen des jungen Gehölzes etwas fragiler und weicher, aber dafür mit mehr und schöneren Blüten als je zuvor.  



Ich habe Geduld bewiesen, habe ihnen Zeit und Pflege gegeben um sich zu erholen und wurde dafür reich entlohnt. 
Denn noch viel schöner als hübsche Blüten, die Ersparnis durch das behalten alter Pflanzen oder der Triumph über die Nörgler ist die Befriedigung, die mit dem Erfolg einhergeht, wenn die eigene Geduld Früchte trägt. 


Und wer jetzt noch ein bisschen was über Geduld mit anderen hören möchte und das noch dazu etwas lustiger verpackt als mein philosophischer Anflug, dem sei das Video von der ohnehin großartigen MyHarto ans Herz gelegt:

Touching The Rainbow
Long as I remember the rain been comin' down 
Clouds of mystery pourin' confusion on the ground. 



Good men through the ages tryin' to find the sun. 


And I wonder still I wonder who'll stop the rain. 

I went down Virginia seekin' shelter from the storm 


Caught up in the fable I watched the tower grow 


Five year plans and new deals wrapped in golden chains. 


And I wonder still I wonder who'll stop the rain. 

Heard the singers playin', how we cheered for more. 


The crowd had rushed together tryin' to keep warm. 


Still the rain kept pourin', fallin' on my ears 


And I wonder, still I wonder who'll stop the rain.



Song: Who'll stop the rain/have you ever seen the rain - Creedence Clearwater Revival 


Touching The Rainbow
Nun, ein Gartenblog.
Während mir beim bloggen einfach generell Anfang des Jahres das Leben dazwischen gekommen ist und das vermutlich auch noch eine Weile so bleibt, war das positive an der ganzen Sache, dass ich deutlich mehr mit den grünen Gesellen zu tun habe als vorher.

Ich möchte ein bisschen festhalten, was sich verändert, was wächst und gedeiht oder auch nicht.
Ich habe eine irrsinnige Freude an meinen Pflanzen, sowohl mit den Gartenpflanzen als auch mit meinen unzähligen Orchideen - drinnen und draußen.
Und all das möchte ich gerne teilen.